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Level III - Zyklusanalyse - Zinsen - Euro-Bund-Future
#1
Im Dunstkreis von seltenen Mehrjahrestiefs

Der folgende Beitrag soll einen ersten Eindruck von der Zyklusanalyse nach Hurst in einer direkten Anwendung vermitteln.
Das komplette Modell werden wir in einem separaten Artikel vorstellen. Das Erlernen der Zyklusanalyse erfordert Zeit und Erfahrung.
Für einen ersten Schritt ist es absolut ausreichend, sich einzuprägen,
- dass wir einen wichtigen Tiefpunkt erwarten,
- dem eine längerfristige Aufwärtsbewegung folgen dürfte. Diese könnte für einen antizyklischen Trade mit längerfristiger Haltedauer genutzt werden.
Für eine konkrete Tradeplanung sollte die Ausbildung des Tiefs abgewartet werden. Erst dann kann ein konkretes Trade-Setup aufgesetzt werden.

Wir beginnen - wie stets - mit den hohen Zeitebenen: in diesem Fall mit einem 3-Monatschart. Neben der Zyklusanalyse ziehen wir neben den uns stets begleitenden klassischen Chartparametern die Elliott-Wellen-Analyse zu Rate.

Hieraus ergibt sich folgendes Bild:
Mit dem bisherigen Allzeithoch im 1. Quartal 2020 beendete der Euro-Bund-Future seine langjährige - mehrere Dekaden währende -  Aufwärtsbewegung und befindet sich seit nunmehr 6 Jahren in einem Abwärtstrend.
Die Abwärtsbewegung prägt sich 5-wellig aus und befindet sich in einem sehr weit fortgeschrittenen Stadium.
Aus Sicht der Zyklusanalyse erwarten wir ein sehr langfristiges Tief von mindestens 18 Jahren, das sich im nächsten Quartal ausbilden könnte. (54 Jahre ist die längste Periode in der Zyklusanalyse, sie setzt sich aus 3 jeweils 18 Jahre währenden Teilzyklen zusammen.)
Höhergradige Tiefs sind durchaus mit einer gewissen Vorsicht zu betrachten - die Streuung ist immens. Dennoch liefern sie für das übergeordnete Bild wichtige Orientierungspunkte. Wenn erwartete Tiefpunkte durch weitere Parameter: hier Elliott-Wellen und Bullische Divergenzen im RSI bestätigt werden, erhöht sich ihre Signifikanz.

Nach der Elliott-Wellen-Theorie ist ein 5-welliger Bewegungsabschnitt eine Einheit, die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine Gegenbewegung nach sich zieht. Diese Gegenbewegung wird 3-wellig erwartet. Für die Zielermittlung dieser Gegenbewegung nutzen wir die Fibonacci-Retracements sowie Unterstützung und Widerstand.

Die "bullischen Divergenzen im RSI" - das bedeutet, der Indikator bestätigt die laufende Abwärtsbewegung nicht mehr, indem er ebenfalls neue Tiefs ausbildet - hatten wir bereits erwähnt. Hinzu kommt, dass wichtige Tiefs häufig von einem bärischen Sentiment begleitet werden. Die gängigen Sentimentbefragungen für Bonds bestätigen hohen Pessimismus für die zukünftige Preisentwicklung - eine wichtige Information für den antizyklischen Trader.

   


Der Vollständigkeit halber sei noch die andere Seite der Medaille erwähnt: die Zinsentwicklung.
Wenn die Struktur in einem Renten- oder Anleihenfuture nicht klar erkennbar ist, hilft oftmals ein Blick auf die zugehörige Zinskurve, um mehr Sicherheit zu erhalten bzw. eine Prognose überhaupt erst erstellen zu können. In unserem vorliegenden Fall können wir potenzielle Ziele für das erwartete Ende der aktuellen Bewegung ableiten.


   

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